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Die Türkei mit ihren Hochgebirgen, Hochplateaus, Hochebenen, dichten Wäldern, einer reichen Flora und Fauna bietet Bergwanderern und Bergsteigern vielfältige Möglichkeiten, die reizvolle Landschaft zu Fuß zu erkunden. Die bekanntesten Berge der Türkei liegen in der Schwarzmeerregion, im Taurusgebirge, in Zentral-, Nord- und Südostanatolien. Ehrwürdige Gipfel, die jedes Bergsteigerherz höher schlagen lassen, sind im inneranatolischen Bergmassiv der Berg Erciyes (2.917 m), der Agri (5.137 m), der Süphan (4.058 m), der Hasan (3.263 m) und der Nemrut (3.050 m), die allesamt erloschene Vulkane sind. In der Gebirgszone von Südostanatolien liegen der Taurus bzw. Beydag (3.086 m), die Bolkar (3.524 m), der Hakkari Cilo (Gletscher) und der Nur (Amanos).

In der Abgeschiedenheit friedlich schlummernder Dörfer und wildromantischer Felsengärten sind Nomaden, Ziegen- und Schafherden nicht selten ihre einzigen Begleiter. Faszinierend sind die Ausblicke von den Hochplateaus auf schneebedeckte Gipfel.

Agri, Ostanatolien
Der größte und höchste Berg der Türkei ist der Agri (5.165 m.ü.M.) in Ostanatolien. Er ist nicht nur wegen seiner geologischen Beschaffenheit, sondern hauptsächlich wegen der Legenden, die ihn umgeben, auch im Ausland berühmt. Das Gestein besteht bis in 4.000 m aus Basalt, zeigt jedoch in den noch höheren Lagen mit seinem Andesit-Lavagestein die typischen Charakteristika eines Vulkans. Über dem Gipfel liegt eine Gletscherdecke. An der östlichen Seite des Berges liegt die Serdarbulak Alm, auf 3.896 m der kleine Agri. Der gigantische Berg mit seinen Weiden, die sich bis zur Schneegrenze hinaufziehen, seinen Gletschern und interessanten Gesteinsformationen fasziniert seine Besucher jedesmal aufs Neue. Von Juli bis September ist die beste Zeit für eine Besteigung. Dafür ist eine Genehmigung erforderlich.

Beydaglar, Antalya
Im westlichen Taurusgebirge verläuft die Beydaglar Gebirgskette parallel zum Golf von Antalya. Der Kizlar ist mit 3.069 m der höchste Gipfel. Von hoch oben bietet sich ein fantastischer Blick auf das Mittelmeer und Antalya. Wer morgens auf etwas Schlaf verzichtet, kann einen phantastischen Sonnenaufgang beobachten. Die Gebirgskette ist nicht nur im Sommer beliebtes Ziel für Bergtouristen, sondern auch im Winter. Auch Fallschirmspringen ist möglich. An einem klaren Tag ist die Aussicht von berauschender Schönheit.

Erciyes, Mittelanatolien
Der erloschene, 3.916 m hohe Vulkan mit seinen stets mit Schnee bedeckten Gipfeln ist der höchste Berg Mittelanatoliens und Wahrzeichen der Stadt Kayseri. Seine Lava bedeckte vor Tausenden von Jahren die Ebenen und Täler und festigte sich hinterher zu einem weichen Tuffstein, aus dem durch Erosion interessante Felsformationen entstanden, wie zum Beispiel die berühmten Feenkamine in Kappadokien. Der Berg bietet sich nicht nur zum Wandern an, sondern auch für den Wintersport. Am östlichen Hang liegt auf einer Höhe von 2.100 bis 2.900 m die Tekir Alm, das bekannte Wintersportgebiet. Wer auf dem Gipfel steht, kann ganz Kappadokien bis zu den Taurusbergen überblicken. Die günstigste Zeit für eine Bergbesteigung liegt zwischen Mai und Oktober.

Bolkar, Taurus
Die Bolkar-Berge im mittleren Taurusgebirge gelten als türkische Ausläufer der Alpen. Sie verlaufen parallel zur anatolischen Südküste. Der Medetsiz ist mit 3.524 m der höchste Gipfel. Wer die Bolkar-Berge erwandern möchte, sollte sein Lager in Meydan aufschlagen, oder an dem 45 min südwestlich entfernten Karagl-See, der sich in 2.650 m Höhe befindet. Im Juni können Sie die gelben Wasserblumen bewundern, mit denen der ganze See bedeckt ist. Die günstigste Zeit für Bergbesteigungen ist von Mai bis August.

Aladaglari, Östlicher Taurus
54.524 Hektar der Gebirgskette Aladaglar, die sich zwischen Kayseri, Nigde und Adana hinzieht, wurden 1995 wegen ihrer vielfältigen Flora und Fauna zum Nationalpark erklärt. Wer hoch hinaus will, kann einen der drei über 3.700 m hohen Gipfel der Bergkette besteigen. Aber auch schon in 3.000 m Höhe gibt es mehrere Gipfel, die zahlreiche Seen umrahmen. Jahreszeitlich günstig sind die Monate Juni bis September. Die Anreise erfolgt über Nigde, Camardi und Cukurbag.

Rize Kackar, Schwarzes Meer
Die Kackar-Gebirgskette mit ihren höchsten Gipfeln Altiparmak (3.480 m), Kavran (3.932 m) und Verenik (3.710 m) zieht sich mit ihren Gletschern, blauen Seen, dichten Wäldern und wilden Bächen zwischen den Städten Rize und Hopa an der Schwarzmeerküste hin. Vom Süden her leicht zu besteigen, zieht der Gebirgszug jährlich Hunderte von Bergsteigern an. Bei klarem Wetter können Sie das wunderbare Panorama der Berge bewundern. Wer sie vom Norden her besteigen möchte, sollte ein erfahrener Bergsteiger sein. Beim Abstieg können Sie auf der Ayder Alm übernachten und die dortigen Thermalbäder besuchen. Im Sommer sind die Monate August und September, im Winter die Monate Februar und März günstig für einen Anstieg.

Süphan, Van-See, Ostanatolien
Der Süphan erhebt sich nördlich des Van-Sees in Ostanatolien zwischen Adilcevaz, Ercis und Patnos. Mit 4.058 m ist der erloschene Vulkan der dritthöchste Gipfel Anatoliens. Sein Berg ist stets mit einer Eiskruste bedeckt. Während des Aufstiegs von Osten bildet der Van-See ein tolles Panorama. Juni, Juli, August und September sind für die Besteigung am günstigsten.


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