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Catalhoyuk


 

Aufnahme in die Liste des Welterbes: 2012
Liste Referenz Nr  1405

Catalhöyük liegt an den Grenzen des Distrikts Cumra der Provinz Konya 10 km im Osten des Landkreises. Der eigentliche Grabhügel setzt sich zusammen aus einem ebenen Hügel und zwei Hügeln unterschiedlicher Höhe. Aus diesem Grund verglich man den Hügel mit der Form einer Gabel, was zu der Namensgabung führte. Catalhöyük wurde im Jahre 1958 von J. Mellaart entdeckt, der in den Jahren 1961-1963 die Ausgrabungen leitete. Als Ergebnis der am Westabhang des höher gelegenen Hügels durchgeführten Ausgrabungen zeigte sich, daß hier ein Ort mit 13 Besiedlungsschichten vorliegt. Die erste Besiedlungsschicht kann auf die Jahre 5500 v. Chr. datiert werden. Diese durch stilkritische Vergleiche ermittelte Datierung wurde auch durch die C-14-Methode bestätigt. Diese besonderen Funde einer frühen Besiedlung, des frühen Hausbaus und der frühen Errichtung von Tempeln zeigen uns, daß hier ein Zentrum vorliegt, das Licht auf die Geschichte der Menschheit zu werfen vermag.
Die am besten erforschten Siedlungsschichten sind die 7. und die 11. Schicht. Die mit quadratischen Mauern umgebenen Häuser wurden nebeneinander erbaut. Gemeinsame Mauern gab es aber nicht, jedes Haus verfügte über seine eigenen Mauern. Die Häuser weisen einzelne Grundrisse auf; im erforderlichen Falle wurde ein weiteres Haus daneben errichtet. Aufgrund der zusammengefügten Mauern der einzelnen Häuser waren in der Stadt keine Straßen oder Gehwege vorhanden; der Zugang zu den Häusern war nur über die Flachdächer möglich. Die Stadt schützende und sie umgebende Festungsmauern wurden nicht gefunden. Die für den Hausbau verwendeten Materialien waren Ziegel, Holz und Schilfrohr. Die Tiefe der Häuser ist nur von geringem Umfange. Zwischen den einzelnen Hauswänden wurden jedoch auch Hinweise auf gepflanzte Bäume gefunden. Dieses Baumgeflecht bereitete sich dann über die gesamten Dächer aus, deren eigentliche Bedeckung aus auf Schilfrohr festgestampfter Tonerde bestand. Die Häuser waren einstöckig, und der Zugang vom Dach aus erfolgte mit Hilfe einer Leiter durch ein dort befindliches Eingangsloch. Jedes Haus bestand aus einem Zimmer und aus einem Vorratsraum. Im Inneren der Zimmer waren viereckige Öfen, am vorderen Teil der Hauswände etwa 10-30 cm hohe Steinbänke und in den Wänden quadratische Nischen angebracht. Die Wände waren verputzt und mit weißer Farbe gestrichen, auf die man dann mit gelber, roter oder schwarzer Farbe malte. Als heilig gehaltene Zimmer waren größer als die übrigen. Neben den auf den Wänden dieser Häuser befindlichen Zeichnungen waren Stier-, Widder- und Hirschköpfe mit festgestampftem, zur Konservierung dienendem Ton befestigt; Siegesabzeichen wurden auf die Wand appliziert. Außer den erwähnten Abbildungen finden sich auch in Relieftechnik herausgearbeitete Menschen- und Tierfiguren. Früheste Wandmalereien in Catalhöyük wurden in der 10., spätere in der 11. Siedlungsschicht gefunden. Jedoch enthielten die 5.-7. Siedlungsschicht die schönsten und als am weitesten entwickelt zu betrachtenden Malereien. Diese stellen die Fortführung der Tradition der Felsenmalerei dar, die von im Paläolithikum lebenden Menschen auf die Wände der von ihnen bewohnten Höhlen aufgetragen wurden. Sie sind gewöhnlich im Glauben an den Segen und die Wohltaten einer Jagd entstanden. Mit Beginn der späten Periode zeigen diese Wandmalereien weniger Szenen aus dem häuslichen Leben als vielmehr Vogelmotive und geometrische Muster.
Es wird vermutet, daß die auf den Wänden abgebildeten kopflosen Menschenfiguren, die von Geiern zerrissen wurden, mit den Gebräuchen des Leichenbegräbnisses zusammenhängen. Die Knochen, die nach dem Verzehr der fleischlichen Teile durch die Geier als gereinigt angesehen werden konnten, wurden gesammelt, in Schilfmatten eingewickelt und anschließend unter den im Haus befindlichen Zeichen vergraben. Bei unterhalb dieser Zeichen gemachten Ausgrabungen traten zahlreiche Skelette zutage. Als Grabbeigaben wurden aus Knochen hergestellte Werkzeuge, bunte Steine, Steinäxte als Schneidwaffe und aus Muschelschalen gefertigter Schmuck dem Toten beigelegt. Die bei Ausgrabungen in Catalhöyük gefundenen Figürchen in Form von Statuen geben uns eigenständige Informationen über die Kultur einer Muttergottheit sowie die Anfänge dieser ihrer Verehrung und über den Glauben jener Zeit. Diese Statuettenfigürchen, die aus gebranntem Ton und Stein hergestellt worden waren, sind zwischen 5-15 cm groß. Sie zeigen dicke Frauen mit großen Brüsten und weit ausladenden Schenkeln, die manchmal auch im Zustand des Gebärens abgebildet worden waren. Diese so dargestellten Besonderheiten zeigen Wohlstand und Segen an. Fast alle in Catalhöyük gefundenen Werkzeuge wie Äxte und flache Teller waren aus gebranntem Ton oder aus Stein gearbeitet; sie zeigen ebenso wie die zu Dekorationszwecken dienenden Armreifen und Halsketten in Hochrelieftechnik gearbeitete Motive der Segensgöttin. Die am gleichem Ort gefundenen schwarzen und ziegelroten Schüsseln und Gefäße wurden ohne Verwendung der Tonscheibe aus grobkörnigem, gebranntem Ton hergestellt. Auch die Muttergöttin und andere heilige Tierfiguren bestanden aus gebranntem Ton. Zu den wichtigsten, in Catalhöyük gebrauchten Werkzeugen zählen aus Knochen gefertigte Schneid- und Bohrwerkzeuge sowie Pfeil- und Speerspitzen aus Obsidian.

Bis 1996 wurden die Ausgrabungen in Catalhöyük unterbrochen; mit Beginn dieses Jahres wurden sie unter der Leitung von Ian Hodder durch das Britische Archäologisches Institut wieder aufgenommen. Die bei Ausgrabungen gefundene Kulturschätze befinden sich alle im Archäologischen Museum Konya, wobei ein Teil von ihnen in den Ausstellungsräumen zu besichtigen ist, der andere Teil in den Lagerräumen seiner Restauration und Ausstellung hart.

 


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